Samstag, 15. April 2017

Werbung: Gasteiner Kur reloaded Teil 2 Gasteiner Heilstollen

Foto © Gasteiner Heilstollen

Manche Eindrücke sollten sich erst eine Weile setzen, bevor abzusehen ist, welchen Nutzen und welche Erkenntnisse man für sich daraus zieht. So war es auch mit meiner Einfahrt in den  Heilstollen im Rahmen der Gasteiner Kur reloaded in Bad Hofgastein. Vielen Dank an Frau Sigrid Bader vom Gasteiner Heilstollen für die informativen Gespräche und die Möglichkeit den Heilstollen bei einer Einfahrt kennenlernen zu dürfen. 

Foto © U. Smigalski

Ein paar Informationen zur Geschichte des Heilstollens in Bad Gastein: Um 1940 versuchte man im Radhausberg mit einem 2 km langen Paselstollen den Goldbergbau zu reaktivieren. Es gab keine nennenswerten Goldfunde. Stattdessen stieß man auf radonhaltigen Wasserdampf der aus einem ca. 200 Meter tieferen Quellhorziont aufstieg. Dieser erwärmte das Gestein auf über 40 ° Grad. Die Bergarbeiter gaben an, im Stollen ihre rheumatischen Beschwerden verloren zu haben und so begann die Universität Innsbruck 1946 umfangreiche wissenschaftliche Studien im Stollen. Diese belegten, dass neben den hohen Temperaturen und der Luftfeuchtigkeit auch der Radongehalt in der Luft heilende Wirkung besaßen. 1952 wurde der Kurbetrieb im Gasteiner Heilstollen aufgenommen. (Quelle: Gasteiner Heilstollen).

Foto © U. Smigalski

Die Radon-Therapie im Gasteiner Heilstollen ist bei folgenden Erkrankungen indiziert:
  1. Erkrankungen des Bewegungsapparates
  2. Erkrankungen der Atemwege
  3. Erkrankungen der Haut 
Genauere Informationen dazu sind hier zu finden.

Einer Stolleneinfahrt geht ein Informationsvortrag sowie ein  ärztlicher Check-up auf der Grundlage eines Fragebogens voraus bei dem entschieden wird, ob eine Einfahrt zu dem Zeitpunkt überhaupt angebracht ist. Daran anschließend bekommt man einen Schlüssel für eine Umkleidekabine, in der man sich Badekleidung anzieht und im Schrank alle nicht benötigten Dinge ablegt. Des Weiteren benötigt man für den Besuch im Stollen einen Bademantel und ein Handtuch sowie Badeschuhe. Diese Dinge bringt man entweder selbst mit oder sie können im Therapiezentrum gegen eine Gebühr ausgeliehen werden. 

Foto © Gasteiner Heilstollen

Zwei Kilometer im inneren des Berges befindet sich das weltweit einzigartige Heilklima. Im Warteraum erhält man eine Einweisung über die Abläufe im Heilstollen (z. B. das Männer und Frauen sich in getrennte Gänge des Stollens begeben), wird namentlich aufgerufen und bekommt die Station mitgeteilt, an der man austeigt. Mit einem kleinen Zug geht es in den Berg.  Es gibt 5 Stationen im Stollen. Auf Station I beginnt man und kann sich stufenweise steigern, wenn der Arzt keine Stationsbegrenzung ausgesprochen hat. Wirkung und Radongehalt (44 kBq/m³) sind im ganzen Stollen gleich. Wichtig ist, dass man sich wohlfühlt und gut schwitzt. Vor der Einfahrt sollte deshalb mindestens ein halber Liter Wasser oder Saft getrunken werden.


Foto © U. Smigalski

Bei der Einfahrt ist Station I die letzte Haltestation des Zuges. Dort herrscht eine Temperatur von 
37 ° Grad und eine Luftfeuchtigkeit von 75 %. Der erste Halt erfolgt an der Bademantelstation wo man den Bademantel ausziehen kann (im Zug ist es zu eng dazu). Ab der Bademantelstation gilt das Ruhegebot, weil Ruhe für alle Patienten ein wesentlicher Therapiebestandteil ist. Elektronische Geräte sind im Stollen nicht erlaubt.

Foto © Gasteiner Heilstollen
Die Einfahrt mit dem Zug in den Stollen wird von medizinischem und technischem Personal begleitet.

Foto © Gasteiner Heilstollen


Foto © Gasteiner Heilstollen
Der Besuch des Heilstollens kann meiner Meinung nach überhaupt nicht mit einem Saunabesuch in Vergleich gesetzt werden. Gegebenheiten und Temperaturen sind vollkommen anders.


Foto © Gasteiner Heilstollen
Nach dem Stollenaufenthalt sollte unbedingt eine empfohlene Ruhezeit von wenigstens einer halben Stunde eingehalten werden. Bei mir hat sich als Reaktion auf den Aufenthalt im Heilstollen vermehrtes Nachschwitzen (Entgiftung des Körpers über die Haut) gezeigt. Als Begriffserklärung ist noch anzumerken, dass das Radon im Stollen ein schwach radioaktives Edelgas ist. Bei dem Zerfall von Radon entstehen energiereiche Alphastrahlen, welche bereits in sehr niedriger Dosis eine therapeutische Wirkung entfalten (Quelle: Gasteiner Heilstollen).

Foto © Gasteiner Heilstollen

Der Artikel hier kann nur einen kleinen Einblick in die Möglichkeiten aufzeigen, die der Gasteiner Heilstollen bietet. Bei Fragen zu einem Kuraufenthalt und der Abrechnung mit der Krankenkasse steht ein Patientenservice zur Verfügung. Ausführliche Informationen sind hier zu finden.

Mein Fazit zur Einfahrt in den Heilstollen: Ohne eine bestimmte medizinische Indikation ist der Besuch des Heilstollens eine interessante Erfahrung, die mit einem Saunabesuch in keinster Weise zu vergleichen ist. Der Radongehalt in der Luft, der über die Atemwege und die Haut aufgenommen wird, sowie Temperatur und Luftfeuchtigkeit stellen für den Organismus eine nicht zu unterschätzende Herausforderung dar. Die eingeschränkten Raumverhältnisse sind ebenfalls nicht zu unterschätzen. Allein der Aufenthalt mit Ein- und Ausfahrt von ca. 1 Stunde in den Stollen übertrifft in der Regel alles auf was sich ein Saunaneuling einlassen würde. Der Bitte im Flüssigkeitsgebot keine Getränke mit in den Heilstollen zu nehmen, würde ich bei einem weiteren Besuch auf gar keinen Fall entsprechen (das keine Glasflaschen mitgenommen werden, halte ich für selbstverständlich). Die Begebenheiten vor Ort erfordern nach meiner Erfahrung unbedingt eine weitere Flüssigkeitszufuhr im Stollen, weil die Belastung für den Körper recht hoch sein kann. Die Umstände im Stollen und auch die Ruhe haben mir aufgezeigt, mich selbst und meinen Körper ganz anders wahrzunehmen als im Alltagsgeschehen. Die Herausforderungen die die Umstellung des Körpers auf die Umstände im Stollen mit sich bringt, mental wahrzunehmen und zu beobachten, wie sich alles normalisiert, wenn ich mich auf meinen Atem konzentriere statt in Panik zu verfallen, war eine sehr hilfreiche Erfahrung. Sie hat mich dabei unterstützt, für diese eine Stunde bei mir selbst anzukommen. Ein Erleben, dass meiner Meinung nach den meisten von uns im Alltag bedauerlicherweise ziemlich abhanden gekommen ist.

Gesundheit ist unser höchstes Gut und daher wünsche ich euch und euren Familien gesunde und entspannte Ostertage.

Wäre eine Einfahrt in den Heilstollen etwas das auch ihr ausprobieren würdet?

Foto © Gasteiner Heilstollen


Kommentare:

  1. Ich denke schon das ich aus Neugierde einen Besuch machen würde . Allerdings bin ich kein Saunagänger . Ich mag keine Hitze :) Das macht mich hibbelig . Weis also nicht ob das was für mich wäre ;)
    LG und Frohe Ostern für Dich
    von Heidi

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    1. Wenn du keine Hitze magst, würde ich dir einen Besuch im Heilstollen nicht unbedingt empfehlen liebe Heidi. Vielen Dank für deine Osterwünsche. LG und einen schönen Abend Ursula

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  2. Liebe Ursula, wenn man da auch vorzeitig wieder raus kann würde ich es auf jeden Fall probieren. Sauna mag ich wegen der Hitze überhaupt nicht leiden.
    Frohe Ostern liebe Grüße Tina

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    1. Den Heilstollen vorzeitig verlassen kann man glaube ich nur aus medizinischen Gründen liebe Tina. Wenn du keine Hitze magst, ist es sowieso schwierig im Stollen einzufahren. Danke für die Ostergrüße und einen schönen Abend Ursula

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  3. Ich bin mir nicht sicher, ob ich es ausprobieren würde. Wenn ich aus der Sauna raus will, dann geht das sofort. Ansonsten kann ich Wärme gut vertragen. Man darf nur keine Platzangst haben.

    Frohe Ostern und liebe Grüße
    Sabine

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    1. Aus dem Heilstollen raus geht leider nicht sofort liebe Sabine. Das macht den Besuch auch etwas kompliziert. Man ist zwar medizinisch betreut, aber raus geht es doch nicht so schnell wie in der Sauna. Danke für die Ostergrüße und einen schönen Abend Ursula

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  4. Liebe Ursula,
    danke für die ausführliche Beschreibung. Ob ich es ausprobieren würde, hängt, wie bei Tina, davon ab, ob ich abbrechen könnte, wenn ich es nicht mehr mag. An meinen letzten Besuch in einer Höhle auf Lanzarote habe ich keine guten Erinnerungen. Wenn ich allerdings eine Krankheit hätte, die dadurch gelindert werden würde, würde ich den Versuch wagen.
    Lieben Gruß
    Sabine

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    1. Bei einer normalen Einfahrt ist ein Abbruch nicht so einfach möglich liebe Sabine. Es gibt allerdings 2 mal in der Woche Kennenlerneinfahrten, die kürzer sind und für den Anfang sicher besser geeignet sind als eine normale Stolleneinfahrt. Lieben Gruß und einen schönen Abend Ursula

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  5. Ich schließe mich meinen Vorschreiberinnen an, mit Notausgang und selbstbestimmten Abbruch würde ich es eventuell auch probieren! Du hast es sehr gut beschrieben! Liebe Grüße Patricia

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    1. Notausgang und selbstbestimmt ist im Heilstollen schwierig liebe Patricia. Es freut mich, wenn du dir mit meiner Beschreibung die Bedingungen dort in etwa vorstellen konntest. Liebe Grüße Ursula

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